Wie entwickeln sich hybride Finanzprodukte zwischen DeFi und Banken?

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CoinShares-Analysten stellen in einem aktuellen Bericht fest, dass sich hybride Finanzprodukte zwischen DeFi und dem traditionellen Bankensektor zunehmend zu einer messbaren Marktstruktur entwickeln. Die Studie dokumentiert starkes Wachstum bei Stablecoins, tokenisierten Fonds und On‑Chain-Umsätzen und beschreibt, wie Banken und Fintechs Blockchain‑Technologien nutzen, um klassische Finanzdienstleistungen neu zu gestalten.

CoinShares-Analyse: Hybride Finanzprodukte formen neue Marktstrukturen

Der gemeinsam mit Token Terminal erstellte Bericht von CoinShares konstatiert, dass im Jahr 2026 Infrastrukturen des traditionellen Finanzwesens und verteilter Ledger zusammenwachsen. Die Autoren nennen als Beispiele Ethereum, Hyperliquid, Aave und MakerDAO und heben hervor, dass Handel, Kreditvergabe und Kapitalallokation zunehmend on‑chain stattfinden.

Definition und Kernelemente hybrider Finanzierung

CoinShares definiert hybride Finanzierung als Zusammenwirken von drei Komponenten: einer Siedlungsinfrastruktur für reale Wirtschaftstätigkeit, der Tokenisierung traditioneller Vermögenswerte wie Staatsanleihen, Aktien und Rohstoffe sowie On‑Chain‑Anwendungen mit stabilen Einnahmen. Diese Kombination mache aus einem Trend eine erkennbare Marktstruktur.

Die Zahlen untermauern die These: Das Angebot an Stablecoins erreichte im ersten Quartal 297,6 Milliarden US‑Dollar (+37,2 % gegenüber dem Vorjahr). Emittenten wie Tether (USDT) und Circle (USDC) bleiben Marktführer. Tokenisierte Fonds legten um 181 % auf 9 Milliarden US‑Dollar zu; tokenisierte Aktien stiegen auf 773,3 Millionen US‑Dollar, Rohstoffe über 4,9 Milliarden. Der Gesamtwert des RWA‑Markts wird auf rund 29 Milliarden US‑Dollar geschätzt.

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Banken, Fintechs und die Praxis: Wie DeFi ins Banking wandert

In der Praxis greifen traditionelle Institute und Fintechs verstärkt auf DeFi-Bausteine zurück. Plattformen wie Coinbase bieten bereits Krypto‑besicherte Kredite an; das ermöglicht Privatanlegern Margin‑Darlehen, die zuvor schwer zugänglich waren. Analysten sehen auch, dass Asset‑Manager wie Fidelity künftig Margin‑Darlehen gegen Geldmarktfonds analysieren könnten, was Digitale Vermögenswerte und traditionelle Produkte verbindet.

Die Rolle von Infrastruktur‑Anbietern

Alchemy wird im Bericht als Beispiel für Infrastruktur genannt: Die Plattform liefert APIs, Datenindizes und Tools zur Automatisierung von Smart Contracts. CTO Guillaume Poncin beschreibt den Trend als «DeFi‑Mullet» — DeFi bleibt oft unsichtbar im Hintergrund, während Nutzer klassische Interfaces bedienen. Diese Herangehensweise senkt Einstiegshürden und fördert Adoption.

Gleichzeitig mahnen Beobachter zur Vorsicht: Analysten von Jefferies warnten im April, dass jüngste Hackerangriffe im DeFi-Bereich das Interesse traditioneller Akteure kurzfristig dämpfen könnten. Regulierung und Compliance bleiben Schlüsselfaktoren für die weitere Integration.

Wer profitiert ökonomisch? Einnahmenverteilung in hybriden Märkten

CoinShares beobachtet eine strukturelle Diskrepanz: Den größten wirtschaftlichen Nutzen erzielen Anwendungen und Emittenten, nicht zwingend die darunterliegenden Netzwerke. Führende On‑Chain‑Unternehmen erwirtschafteten im ersten Quartal 587,9 Millionen US‑Dollar Umsatz.

Fallbeispiel Hyperliquid

Als konkretes Beispiel nennt der Bericht Hyperliquid. Die Plattform, die eine eigene L1‑Chain mit einer Perpetual‑DEX kombiniert, erzielte im ersten Quartal 178,7 Millionen US‑Dollar Umsatz, davon rund 96 % aus Handelsaktivitäten. Das verdeutlicht, dass vertikal integrierte Anwendungen direkte Erlöse aus Nutzeraktivität ziehen — Blockchains hingegen verdienen meist nur Transaktionsgebühren.

CoinShares rechnet vor, dass Netzwerke wie Ethereum Transaktionen in Stablecoins im Wert von rund 180 Milliarden US‑Dollar abwickeln. Bei einer Rendite von 4 % auf zugrunde liegende Vermögenswerte könnten Emittenten theoretisch jährliche Erträge in Milliardenhöhe erzielen — ein ökonomischer Anreiz, der die Wertverteilung im Ökosystem verändern könnte.

Die zentrale Frage bleibt, welche Emittenten, Anwendungen und Netzwerke in den kommenden Quartalen Liquidität und Nutzeraktivität sichern. Für Banken und Fintech-Anbieter bedeutet das: Entweder sie integrieren Blockchain-Dienste nahtlos oder sie riskieren, von spezialisierten On‑Chain‑Anbietern Marktanteile zu verlieren. Regulierungs‑ und Sicherheitsfragen werden dabei den Takt angeben.